01. September 2026
Im Gedenken der Kinder
Ausstellung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) e.V. ab 01.10.2026: Die Kinderärzte und die Verbrechen an Kindern in der NS-Zeit
Die Ausstellung kann besichtigt werden vom
1. Oktober bis 13. November 2026
Montags bis donnerstags von 10 bis 16 Uhr und freitags von 10 bis 14 Uhr
Ständehaus, Ständeplatz 6 – 10, 34117 Kassel
Der Eintritt ist frei.
Die Ausstellung und das Veranstaltungsprogramm sind barrierefrei.
Besonderes Angebot für Schulklassen:
Geführte Rundgänge durch die Ausstellung
Anmeldung erbeten unter:Archiv des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen
Ausstellungseröffnung
Donnerstag, 01. Oktober 2026, 19 Uhr
Schirmherrschaft: Astrid Wallmann, Hessische Landtagspräsidentin
Prof. Dr. Maike Rotzoll, Marburg:
„Kinder als Opfer der Patientenmorde im Nationalsozialismus"
Im Vordergrund steht die so genannte Kindereuthanasie, geplant und durchgeführt vom „Reichsausschuss zur wissenschaftlichen Erfassung erb- und anlagebedingter schwerer Leiden". Abschließend geht der Vortrag auf die Forschung im Kontext der „Kindereuthanasie" ein.
Im Anschluss an die Veranstaltung laden wir (LWV Hessen) ein zum Ausstellungsbesuch und zum gemeinsamen Austausch.
Hintergrund:
In der Zeit des Nationalsozialismus waren behinderte und psychisch kranke Menschen umfangreichen Verfolgungs- und Vernichtungsmaßnahmen ausgesetzt. Über 400.000 Männer und Frauen wurden ab 1934 gegen ihren Willen sterilisiert, mehr als 300.000 Menschen zwischen 1939 und 1945 als „lebensunwert“ im Rahmen der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen ermordet. Zu den Verfolgten zählten nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder und Jugendliche.
Etwa achtzig Jahre nach dem Ende systematischer Tötungen von Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung erinnert die Ausstellung an die nationalsozialistischen „Euthanasie"-Morde an Kindern und Jugendlichen.
Auf Grundlage der nationalsozialistischen Rassenideologie wurden in Deutschland auch an jungen Menschen medizinische Verbrechen begangen.
Mehr als 5.000 Kinder und Jugendliche wurden allein in „Kinderfachabteilungen" — eigens für die Tötung geschaffene Einrichtungen — gequält und ermordet. Kinder und Jugendliche wurden aber auch Opfer der Gasmordaktion „T4" und der „Hungerkost" in Anstalten und Heimen. Sie wurden für Experimente missbraucht und ihre Organe nach dem Tod für Forschungszwecke verwendet.
Die Ausstellung zeigt, dass es den beteiligten Ärztinnen und Ärzten bei der Tötung nicht um die schmerzlose Beendigung individuellen Leidens ging, sondern entsprechend der nationalsozialistischen Rassenideologie um die „Befreiung" der Gesellschaft von sogenannten „Ballastexistenzen", deren Leben nur dann verlängert wurde, wenn sie noch „der Wissenschaft dienen" könnten.
Diese Medizinverbrechen geschahen im Alltag, mitten in Deutschland, unter Beteiligung niedergelassener Ärztinnen und Ärzte und staatlicher Ämter, in Krankenhäusern und wissenschaftlichen Institutionen.
Mit der Ausstellung soll auf ein dunkles Kapitel deutscher Medizingeschichte aufmerksam gemacht werden.
Das Rahmenprogramm im Herbst 2026: https://www.lwv-hessen.de/

