05. Mai 2026
Erfolgreiche Katastrophenschutzübung in Schauenburg am 25. April 2026
Interkommunale Zusammenarbeit im Fokus - die Feuerwehren der Region demonstrierten ihre Einsatzbereitschaft im Rahmen einer großangelegten Übung

Am Samstag, den 25. April 2026, demonstrierten die Feuerwehren der Region ihre Einsatzbereitschaft. Im Rahmen einer großangelegten Übung im Bereich Schauenburg-Breitenbach trainierten gut 120 Teilnehmer der drei Katastrophenschutz-Löschzüge der Feuerwehren aus Bad Emstal / Naumburg, Habichtswald / Zierenberg und Schauenburg, gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) sowie HessenForst die Bekämpfung eines simulierten Waldbrandes. Die Übung diente dazu, die taktischen Abläufe bei Vegetationsbränden zu verfeinern und die Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg zu festigen.
Die Einsatzleitung wurde durch die Feuerwehr Schauenburg wahrgenommen. Da der Waldbrand in der Gemarkung Schauenburg, Steinbrüche Breitenbach, etwa um 08.30 Uhr ausbrach, wurde hier die technische Einsatzleitung im Feuerwehrhaus Breitenbach eingerichtet. Schnell wurde klar, dass diese Lage mit den örtlichen Kräften allein nicht zu bewältigen ist.
Alarmierung der Katastrophenschutzeinheiten
Alle Katastrophenschutzlöschzüge im Landkreis Kassel sind vorstrukturiert und nach Schwerpunktfähigkeiten unterteilt.
Die Katastrophenschutzlöschzüge aus Habichtswald / Zierenberg und Bad Emstal / Naumburg sind für den Schwerpunkt Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung ausgerüstet, der Katastrophenschutzzug Schauenburg für die Löschwasserförderung über eine lange Wegstrecke.
Deren Alarmierungen erfolgte gegen 09.00 Uhr durch die Leitstelle Kassel.
Strategische Aufteilung und taktische Besonderheiten
Um das weitläufige Übungsszenario außerhalb der Ortslage effektiv abzuarbeiten, wurde die Einsatzstelle in verschiedene Abschnitte unterteilt. Jeder Löschzug erhielt dabei einen spezifischen Auftrag:
- Sicherstellung der Wasserversorgung durch die Kräfte aus Schauenburg. Durch den Aufbau einer stabilen Leitung über einen Kilometer von der Ems mit mehreren Verstärkerpumpen stellten sie sicher, dass die angreifenden Einheiten an den Brandbereichen kontinuierlich mit Löschwasser versorgt wurden. Da die Wassermenge der Ems nicht ausreichte, wurde als weitere Überörtliche Unterstützung ein Wechselladerfahrzeug mit einem Abrollbehälter Löschwasser mit 10.000 Liter Wasser der Feuerwehr Wolfhagen angefordert. Der Landkreis Kassel hält zur Unterstützung bei Unglücken verschiedene Abrollbehälter mit Wechselladerfahrzeugen an unterschiedlichen Standorten vor. Über einen Pendelverkehr konnte mit dem Abrollbehälter Wasser aus Wolfhagen die Wasserversorgung der Übungslage sichergestellt werden.
- Im nördlichen Einsatzabschnitt setzte der Katastrophenschutzzug Bad Emstal / Naumburg auf die taktische Brandbekämpfung mittels Spezial-Handwerkzeugen. Durch das Anlegen von Schutzstreifen und das gezielte Entfernen von brennbarem Bodenmaterial wurde eine weitere Ausbreitung des Feuers im unwegsamen Gelände unterbunden. Als Flankenschutz wurden 6 Kreisregner mit jeweils ca. 60l/min Wasser und einer Wurfweite von ca. 25 Metern auf einer Strecke von 300 Metern im Wald aufgestellt und betrieben.
- Der Katastrophenschutzlöschzug Habichtswald / Zierenberg übernahm den Angriff an der südlichen Flanke. Hier kam ein kaskadierter Löschangriff mit D-Schläuchen und Strahlrohren mit jeweils ca. 25 l/min Wasser zum Einsatz. Bei dieser dynamischen Taktik werden die Schlauchleitungen während des Vorrückens immer wieder verlängert. Dies ermöglichte den Kräften, den Löschangriff flexibel und unter stetigem Wasserdruck tief in das betroffene Waldgebiet vorzutreiben.
- Ein besonderes Augenmerk lag darauf, dass allen Einsatzkräften immer eine Fluchtmöglichkeit oder Selbstschutz aus ihrem Einsatzbereich möglich war. Dies ist wichtig, um auf Änderungen der Einsatzbedingungen, wie zum Beispiel drehen des Windes, richtig reagieren zu können.
- Im Feuerwehrhaus Breitenbach war die technische Einsatzleitung mit seinem Führungsstab aufgebaut worden. Nur so kann bei solchen Umfangreichen Schadenslagen der Einsatzleiter den Überblick behalten und notwendige Maßnahmen veranlassen. In 2 Besprechungen am Feuerwehrhaus Breitenbach berichteten die Zugführer der eingesetzten Katastrophenschutzzüge von der Lage vor Ort. Weitere Maßnahmen wurden gemeinsam abgestimmt.
- Die Verpflegung der Übungsteilnehmer wurde durch den Betreuungszug des DRK sichergestellt. Für knapp 120 Einsatzkräfte wurden belegte Brötchen und Getränke organisiert und zu den Übungsteilnehmern in den Wald gebracht. Auch stellen die Kräfte des DRK die Sanitätsversorgung für die Einsatzkräfte sicher. Sie brauchten jedoch dafür nicht tätig zu werden.
- Für die Nachbesprechung am Feuerwehrhaus Breitenbach wurden durch Helfer aus Breitenbach und Bad Emstal Bratwürstchen gegrillt.





Fachbeobachtung und gesellschaftliches Interesse
Die Relevanz solcher Übungsszenarien wurde durch die Anwesenheit zahlreicher Gäste unterstrichen. Fachberater von HessenForst begleiteten die Maßnahmen, um die Auswirkungen auf den Forstbestand zu bewerten, die Einsatzleitung fachlich zu beraten und sich im Gelände einen Überblick über die Arbeit der Feuerwehrkräfte zu verschaffen. Der Brandschutzaufsichtsdienst des Landkreises Kassel war ebenso in der Einsatzleitung vertreten, um im Lage- und Führungsraum der örtlichen Einsatzleitung wertvolle Unterstützung zu ermöglichen.
Zudem waren die Bürgermeister und Feuerwehrleitungen der o.g. Kommunen vor Ort um sich ein Bild von der Leistungsfähigkeit der ehrenamtlichen Einheiten zu machen. Die Übung wurde von verschiedenen Medienvertretern besucht. Zu diesem Zweck war eigens eine Presse- und Besucherbetreuung mit Shuttlefahrzeug und Moderator eingerichtet worden.
Sicherheit und Bilanz
Trotz der realistischen Darstellung, inklusive künstlicher Rauchentwicklung und Verletztendarstellern, bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Bevölkerung. Die Feuerwehr-Leitstelle Kassel war vorab informiert und in die Übung miteingebunden. Besonders hervorzuheben ist, dass der Grundschutz für reale Notfälle in den beteiligten Kommunen während des gesamten Übungszeitraums von 08:00 bis 16:00 Uhr uneingeschränkt gewährleistet blieb.
Die Übungsleitung, bestehend aus den KatS-Zugführern der o.g. Feuerwehren, welche diese Übung über einen Zeitraum von etwa 6 Monaten vorbereiteten, zog ein durchweg positives Fazit: Die Verzahnung von langer Wegstrecke, Wasserversorgung mit Tankfahrzeugen, manuellem Werkzeugeinsatz und kaskadiertem Löschangriff hat sich als hochwirksames Konzept für die Waldbrandbekämpfung in Nordhessen erwiesen. Das Kennenlernen der Bedarfe, aber im Besonderen der erwartbaren Leistungen der einzelnen Züge, ist fundamental für die erfolgreiche zukünftige Einsatzbewältigung.
In der Nachbesprechung am Feuerwehrhaus Breitenbach bedankte sich Bürgermeister Michael Plätzer, auch im Namen seiner Amtskollegen, für die gezeigte Leistung und den Einsatz für die Allgemeinheit.
